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PNP vom Montag, 31. August 1998

Lokalteil Deggendorf

Benefiz-Veranstaltung an der Europäischen Akademie auf Schloß Offenberg

Palästinas Gesundheitsminister freute sich über Sachspenden für drei Millionen Mark

Von Gerard Zacher

Deggendorf. Arabisch-abendländisches Superereignis auf Schloß Offenberg: Der palästinensische Gesundheitsminister Dr. Riad Zagnun erhielt am Samstag aus den Händen von Prof. Dr. J. Schmucker-von Koch und Dr. med. Samir Sawalhe (Union Arabischer Mediziner in Europa) symbolisch einen Scheck über Spenden im Wert von drei Millionen Mark überreicht. Bei den Sachspenden handelt es sich überwiegend um Brillen und Brillengläser für palästinensische Kinder, Studenten und ältere Leute. Es war nach Eröffnung die erste Einladung der Europäischen Akademie für Kultur- und Gesellschaftsfragen Schloß Offenberg e.V. Dem Verein stehen als Chairman of the Foundation Trust Dr. med Rainer Buchmüller und seine Frau, Dipl.-Kfm. Ingrid Buchmüller (Klinik Angermühle, Deggendorf), vor. Ihnen fiel die Hauptlast der Organisation zu: Aus ganz Deutschland waren Brillenspenden eingegangen, es galt, diese zu ordnen, zu sichten und transportfähig zu machen. Der Direktor der Europäischen Akademie, Prof. Dr. Dr. Joseph Schmucker-von Koch, Philosoph an der Universität Regensburg, würdigte bei der Begrüßung am Samstag nachmittag in Anwesenheit von viel Prominenz und zahlreichen arabischen Gästen das hohe Engagement für die gute Sache. Die neue Europäische Akademie sehe eine ihrer Aufgaben in der humanitären Hilfeleistung für in Not geratene Menschen. Kinder müßten besonders unter oft schlechten Lebensverhältnissen leiden, stellte der Professor fest. Ohne Rücksicht auf unterschiedliche Kulturen und Traditionen werde die Europäische Akademie da tätig und aktiv werden. Die erste Aktion "Brillen und Gläser für Palästina" wertete er als sehr großen Erfolg, über das große Echo zeigte er sich "froh und glücklich". Chefarzt Dr. med. Samir Sawalhe (Kreiskrankenhaus Dingolfing), früher elf Jahre Oberarzt am Klinikum Deggendorf, sprach für die Union Arabischer Mediziner in Europa, dessen Präsident Dr. med. Hassan Naggar ebenfalls anwesend war. "Brillen und Gläser für Palästina"

Dr. Samir Sawalhe hatte die Initiative zu dieser Aktion gegeben, weil er selbst in der Kindheit in Palästina lebte und die enorme Not hautnah erleiden und erdulden mußte. Seit 1981 lebt er in Deutschland. Er war sichtlich gerührt, ein erstes Ziel erreicht zu haben "Die Herzen der Kinder in Palästina werden es Ihnen danken!" Und er verlas auch gleich eine herzliche Dankadresse, die arabische Kinder verfaßt hatten. Stellvertretender Landrat Michael Geier zeigte sich von dieser Aktion begeistert. Vom Landkreis Deggendorf gingen dadurch positive Akzente in die arabische Welt, freute er sich. - Grußworte in arabischer Sprache richtete der 2. Bürgermeister der Gemeinde Offenberg, Nikolaus Walther, an die palästinensischen Gäste. Und er verwies auf die deutsche Märchen- und arabische Fabelwelt, zog in zweifacher Hinsicht Parallelen zu "Dornröschen", wo der Prinz die Prinzessin wachküßt: "Das Schloß Offenberg ist wiedererwacht, die Aktion, Spenden für Palästina` wurde ins Leben gerufen." Die Grüße und den Dank des palästinensischen Präsidenten Yassir Arafat, der Kinder besonders liebe und dieser Aktion daher großes Interesse entgegenbringe, überbrachte der palästinensische Gesundheitsminister Dr. Riad Zagnun. Er war mit Botschafter Dr. Abdulla Franji und einer großen Delegation angereist. Zagnun nahm amWochenende an einer Tagung in München teil. Der Gesundheitsminister sprach sogar von einem "Ereignis von historischer Bedeutung": "Sie können stolz sein auf das, was Sie getan haben." Unter anderem würden 25 000 Kinder durch diese Hilfe besser sehen können: "Deren Herzen sind bei Ihnen!" Er würde sich freuen, wenn eine ähnliche Aktion mit Hörgeräten anlaufen könnte. Dr. Zagnun lobte "das große deutsche Volk", vertreten durch die anwesenden Gäste, das sich mit Palästina verbunden fühle und tatkräftig am Aufbau mitwirke. Er könne sich durchaus vorstellen, daß diesem ersten Schritt weitere folgen. Das palästinensische Volk mit über 3,5 Millionen habe viel gelitten und brauche einen Neuanfang. Er lud die deutschen Gastgeber nach Palästina ein, um in Bethlehem und Nablus den Dank der Kinder selbst entgegenzunehmen und ihre Freude wahrnehmen zu können. Das Ehepaar Buchmüller und Dr. Jospeh Schmucker-von Koch erhielten palästinensische Zertifikate. Der Gesundheitsminister hatte auch mehrere Gastgeschenke in Form von Stickereien mitgebracht. Der Präsident der Arabmed (Union Arabischer Mediziner in Europa), Dr. med. Hassan Naggar, wünschte weitere humanitäre und soziale Zusammenarbeit. Die Arabmed und die Europäische Akademie Schloß Offenberg verfolgten die gleichen Ziele. Danach gab es in den Prunkräumen des Schlosses einen Sektempfang, bei dem persönliche Gespräche möglich waren. Dem Ehepaar Buchmüller gratulierten viele spontan zu dem gelungenen Werk und dem beispielgebenden Auftakt in sozialer und völkerverständigender Hinsicht. Für die musikalische Umrahmung sorgten Barbara Bauer und Sophie Edle von Koch.

©Passauer Neue Presse


Plattlinger Anzeiger vom 18.November 1998

Lokalteil Deggendorf

HUMANITÄRE AKTION "Brillen für Palästina"

Am Montag wurden Brillen im Wert von 3,5 Millionen Mark per Bus auf den Flughafen Bonn-Köln geschickt. Die Brillen wurden -initiiert von Dr. Sawalhe und Dr.Buchmüller- durch die Europäische Akademie für Kultur- und Gesellschaftsfragen bundesweit gesammelt. Die Spenden werden auf dem diplomatischen Wege durch den Präsidenten des Bundesrates, Ministerpräsident Eichel, mit Bundeswehrflugzeugen am heutigen Mittwoch zu den Zielorten nach Palästina gebracht. Unser Bild zeigt (v.l.) Prof.Dr.Dr. Schmucker-von Koch, Direktor der Europäischen Akademie neben Dr. Buchmüller in Schloss Offenberg vor der Abfahrt des Busses nach Bonn.

----------------------------------------- Eigene Anmerkung (J. Schmucker-von Koch): vgl auch den Bericht der "Tagesschau" im Ersten Deutschen Fernsehen am 21.November 1998, 20.12 Uhr über den Besuch von Bundesratspräsident Eichel und dem VORSITZENDEN DES ZENTRALRATS DER JUDEN IN DEUTSCHLAND, IGNAZ BUBIS, bei Präsident Yassir Arafat in Gaza. Bei dieser Gelegenheit wurde die Spende der Europäischen Akademie für Kultur- und Gesellschaftsfragen überbracht.

Die Benefizaktion steht im Rahmen internationaler Hilfsmassnahmen fuer das Palaestinensische Volk, die unter Federfuehrung der Regierung der USA nunmehr auf breiter Basis anlaufen. Vgl. hierzu folgenden Bericht der Nachrichtenagentur REUTERS v. 29. Nov.98. Die Erlaubnis zur Publikation des Berichts "U.S.Seeks to Mobilize Aid for Palestinians" wurde freundlicherweise von REUTERS in NEW YORK erteilt:

U.S. Seeks To Mobilize Aid For Palestinians

By Jonathan Wright

WASHINGTON (Reuters) - The United States, hoping to build on the modest success of last month's Wye agreement, will try to mobilize financial support for Middle East peace at a conference Monday of donors to the Palestinian economy. Representatives of at least 45 countries, including some 17 ministers, will gather at the State Department in a reprise of the pledging conference held in Washington in October 1993. "We are always for trying to reinfuse the political process with an economic dimension," said an official close to the U.S. mediation between Israel and the Palestinians. The United States expects to raise pledges of over $2 billion over five years for the Palestinians and is promising to increase its own contribution to more than the $500 million it promised at the 1993 meeting. The value of pledges from the 1993 conference started at $2.3 billion and rose with time to $4 billion. The donors eventually disbursed just over half, $2.1 billion. "The conference... will call on international donors to pledge enhanced higher levels of assistance for this next phase," said State Department spokesman James Rubin. The United States called the meeting at short notice just as Israel began its latest withdrawal from parts of the West Bank under the deal signed with the Palestinians in Washington on Oct. 23. The withdrawal was the most visible sign that the Wye agreement, despite some teething troubles, did break a deadlock which lasted more than a year and a half. The mood among Palestinians rose again this week when Gaza's international airport opened to traffic. Gazans saw it as a prelude to statehood, as well as a welcome window on the world for people who for more than 30 years could not leave the Gaza Strip without going through Israeli security checks. But opponents of the agreements negotiated by Palestinian President Yasser Arafat say Palestinians have ended up worse off than they were even under Israeli occupation. Unemployment in Palestinian Authority areas in the West Bank and Gaza Strip fell sharply in the first half of 1998, mainly because of fewer Israeli-imposed border closures, but it still stood at 15.6 percent, the United Nations says. Real monthly household expenditure in the West Bank and Gaza Strip fell 10.6 percent in the first quarter of 1998 compared to the same period in 1997, a U.N. report said. A report by the Palestinian Authority this month said 23 percent of families in the Gaza Strip and West Bank, including Arab East Jerusalem, live below the poverty line. According to the U.N. report, if Palestinian and International Monetary Fund economic forecasts and population growth estimates are correct, per capita gross domestic product will fall 3.4 percent to about $1,380 by the end of 1998. U.S. officials, speaking on condition on anonymity, defended the international aid program for the Palestinian areas, saying it had helped build new homes, pave roads and improve the sewage system, for example. "But there's a lot more that has to be done, given the high unemployment and high birth rate. We are going to do better and we'd like to see others do better," one U.S. official said. "One way to underpin peace and build a constituency for peace is to make certain that people are better off and obviously that's one of the things we would like the donor community to do its utmost to achieve," he added. Because of the short notice, the United States does not expect to get many firm promises Monday. "Most governments will not be in a position to pledge against specific projects. We would envision notional pledges by governments with caveats that they need to consult with their respective parliaments," a U.S. official said. The World Bank will organize a consultative group meeting in Europe in early February to match projects and pledges, the official added. That could be in Paris, Bonn or Berlin. The U.S. administration says it will offer "substantially" more than $500 million over five years but it will not give a figure because it too is still consulting with Congress. Less and less aid will now go to pay the budget of the Palestinian Authority, the priority in the first years of the Oslo peace process, and more and more to projects. "The Palestinian Authority is now in a better position to sustain budget costs through their own tax base and revenue sources and their own income base," a U.S. official said. The $100 million a year for the Palestinians compares with the $3 billion a year the United States gives to Israel. The aid to Israel, $1.8 billion of which is for military purposes, has long been a major grievance of the Arabs. Those attending the conference include the foreign ministers of Austria, Egypt, Saudi Arabia and the United Arab Emirates. Arafat will attend but Israeli Foreign Minister Ariel Sharon cannot come due to political preoccupations at home.

COPYRIGHT REUTERS LIMITED 1998


PNP vom Montag, 26. Oktober 1998 Lokalteil Deggendorf

Bundesministerin a. D. Prof. Dr. Ursula Lehr fordert:

"Gesund alt werden und im Ruhestand gesellschaftliche Aufgaben übernehmen"

Von Gerard Zacher Offenberg. "Solidarität zwischen den Generationen - Wunsch oder Wirklichkeit? - Überlegungen zu den Folgen des demographischen Wandels", hieß die Themenpalette, zu der Bundesministerin a. D. Prof. Dr. Ursula Lehr (Uni Heidelberg) am Freitag abend sprach. Eingeladen hatte der Angermühler Gesprächskreis Medizin-Ethik-Recht, erstmals fand eine Veranstaltung dieses Gremiums im Rittersaal des Schlosses Offenberg der European Academy for Cultural and Social Affairs statt, wobei sich der Chairman of the Foundation Trust, Dr. Rainer Buchmüller, und seine Gattin als hervorragende Gastgeber erwiesen. Mittlerweile sind schon elf Publikationen über bedeutende Vorträge des Angermühler Gesprächskreises Medizin-Ethik-Recht im Buchhandel erschienen. Der Philosoph Prof. Dr. Dr. J. Schmucker-von Koch (Uni Regensburg) verwies in seiner Einleitung darauf und dankte dem Ehepaar Buchmüller für sein Engagement. Er begrüßte u. a. Vertreter der Ethik-Kommissionen Bayern und der Bundesrepublik. Die Referentin machte den demographischen Wandel deutlich: Immer mehr Menschen erreichten ein höheres Lebensalter. Das sei einerseits sehr erfreulich (die Medizin arbeite auf ein langes Leben hin), andererseits bringe das Probleme mit sich, vor allem gesellschaftlicher Art im Hinblick auf steigende Kosten in der Rentenversicherung und im Gesundheitsbereich. Wenn man überlege, daß der Mensch, wenn er in Rente gehe - und das sei heute im Durchschnitt mit 59 Jahren - noch rund 20 Jahre vor sich habe, werde die Verpflichtung jedes einzelnen deutlich, gesund alt zu werden und im Ruhestand gesellschaftliche Aufgaben zu übernehmen. Zum Generationenkonflikt stellte die Professorin u. a. fest, im familiären Bereich gebe es kaum einenund weniger als in früheren Zeiten. Eltern, Kinder, Großeltern lebten zwar nicht mehr zusammen, sie stünden aber - wenn es sein müsse - füreinander ein. Die inneren Bande des Zusammengehörens, des Miteinander ersetzten die früher äußeren Bande (man war zusammen, weil finanziell abhängig). Anders sei es im gesellschaftlichen Bereich: Wenn da Parteien schlecht bei der Wahl abschnitten, wenn Firmen in die roten Zahlen kämen, schreie alles nach einer Verjüngung und es werde die "Vergreisung" angeprangert. Wenn einer Mitte bis Ende Fünfzig sei, gehöre er - so die veröffentlichte Meinung - "heraus". Dr. Lehr: "Dies ist aber eine falsche und einseitige Sicht." Kritisch ging die Rednerin auch mit mancher Jugendstudie ins Gericht, wie etwa mit dem Ergebnis "Jugend ohne Zukunft". Wenn man genauer hinschaue, finde man keine Frage, die neutral oder positiv ausgerichtet sei. Die Vorgaben ähnelten: "Die Erwachsenen leben auf Kosten der Jugend . . ." Ziel jeder wissenschaftlichen Untersuchung müsse aber sein, die negativ und positiv getönten Fragen in etwa gleich zu halten, was hier nicht der Fall sei. Generell gehe es wohl darum, ein größeres Verständnis der Jugend für die Alten und der Alten für die Jungen zu erreichen. Tatsache sei: Ein negatives Fremdbild erzeuge eine Abwertung der anderen. Wenn in einer Gesellschaft die Alten abgewertet würden und dann Minderwertigkeitskomplexe aufträten, seien diese auch intolerant gegenüber den Jungen. Ältere und Jüngere seien zwar unterschiedlich, aber jeder müsse diese Unterschiedlichkeit tolerieren. Dies sei die Botschaft und die Hoffnung, daß dadurch der Generationenkonflikt nicht verstärkt. Dies erfordere gegenseitiges Verständnis, häufigeres Zusammensein, miteinander reden über Vergangenheit und Zukunft. Die Rentner von heute hätten auch ein ganz anderes Arbeitsleben, als die jungen Leute, die in 30 bis 40 Jahren Rentner werden. Die über 70- und über 80jährigen wüßten noch die über 48-Stunden-Woche, die 90jährigen die 60-Stunden-Woche. Daher werde zu Unrecht manchmal gesagt, die Älteren seien eine besondere Belastung für die Jungen. Man gehe auch nicht mit 59 in den Ruhestand, weil jeder das wolle, sondern weil die Gesellschaft erwarte, daß Arbeitsplätze für die Jungen frei gemacht würden. Dies müsse noch ins Bewußtsein gerückt werden. ©Neue Presse VerlagsGmbH E-Mail an die Redaktion


Die Presseberichte zum Vortrag von Prof. Dr. Horst Eberhard Richter werden hier eingefuegt, sobald die html Versionen der Texte verfuegbar sind.


Dr.Rainer Buchmueller, Frau Dipl.-Kaufm.Ingrid Buchmueller, der Deggendorfer Oberbuergermeister Goerlitz, Prof.Dr. Edgar Rafael, Frau Dr. Eugenie Chiriacescu, Prof.Dr. Chiriacescu und Prof.Dr.Dr. Joseph Schmucker-von Koch anlaesslich der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der Europaeischen Akademie fuer Kultur- und Gesellschaftsfragen an den Vorsitzenden der Rumaenischen Rektorenkonferenz, Senator Prof.Dr.Sergiu Chiriacescu.


PNP vom Mittwoch, 28. April 1999 Lokalteil Deggendorf

Europäische Akademie hat eingeladen:

Rumänien zu Gast auf Schloß Offenberg

Offenberg (ee). Von der Europäischen Akademie für Kultur und Gesellschaftsfragen wurde auf Schloß Offenberg mit dem European Cultural Centre Bucharest eine Rumänien-Ausstellung eröffnet. Präsident Professor Dr. Dr. Schmucker von Koch begrüßte dazu u.a. die Direktorin des Zentrums, Maria Popescu, Bezirksrätin Anna Eder und Bürgermeister Ludwig Kandler. Der Präsident schilderte Rumänien und dessen Tourismusaktionen. Auch seien rumänische Vorfahren schon Besitzer von Schloß Egg gewesen. "Durch die Ausstellung werden wir auch im Text ein neues Bild von Rumänien bekommen. Die Kontakte sollen noch vertieft werden," so der Präsident. Bürgermeister Ludwig Kandler betonte in seinem Grußwort, daß sich für Offenberg mit der Ausstellung eine neue Attraktion eröffne. Er erinnerte daran, daß in der Gemeinde rund 40 Rumänen wohnen, die sich hier sehr wohl fühlen. Schloß Offenberg ist über die Grenzen des Gemeindebereiches bestens bekannt. Bezirksrätin Anna Eder, für den Tourismus im Landkreis verantwortlich, begrüßte die Gäste aus Rumänien. Maria Popescu erläuterte die Ausstellung, bei der zu sehen sind: Landkarten, Stadtpläne, Landschaften aus Rumänien und vieles mehr. Der Eintritt kommt der Rumänienhilfe zugute. Das European Cultural Centre Bucharest ist eine vom rumänischen Staat eingerichtete europäische Institution, die sich der europäischen Integration verschrieben hat. ©Neue Presse VerlagsGmbH


PNP vom Dienstag, 17. November 1998

Lokalteil Deggendorf

SONUS 96 spielte bei Schloß-Matinee

Frecher Genuß mit Wagners Holländer

Offenberg. Mit sichtlicher Freude begrüßte der Direktor der Europäischen Akademie für Kultur- und Gesellschaftsfragen Schloß Offenberg e.V., Professor Dr. Dr. Joseph Schmucker von Koch, die Besucher der ersten musikalischen Veranstaltung auf Schloß Offenberg. Im sauber renovierten Rittersaal gab es keinen freien Platz mehr, darunter auch Gäste aus dem "noch" europäischen Ausland Italien. Dank galt dem neuen Schloßherrn, der Familie Dr. med. Rainer Buchmüller, die die herrlichen Räume des Schlosses nicht nur öffentlich zugänglich machen, sondern auch mit neuem Leben füllen. Zur kammermusikalischen Einweihung war das Streichquartett "SONUS 96" geladen: Ein jugendliches Ensemble, das nach seinem 1. Bundespreis bei "Jugend musiziert 1997" sein überragendes Können in Konzerten eindrucksvoll unter Beweis stellte. Seit März wird "SONUS 96" durch die Stiftung "Live musik now" unter der Schirmherrschaft von Lord Yehudi Menuhins gefördert - eine Ehre und Verpflichtung zugleich. Zu Beginn spielte das Quartett ein Jugendwerk von F.M. Bartholdy (1809-1847), "Streichquartett op. 13, a- moll". Er schrieb dieses Werk etwa im Alter der heutigen Interpreten, sein zweiter großer Erfolg nach der Sommernachtstraum-Ouvertüre. Der Einfluß seiner Vorbilder Mozart, Haydn und Beethoven ist unverkennbar. Dieses höchst geistvolle und handwerklich brillante Werk diente Rüdiger Thal, Anna Stümke (Violine), Steffie Zimmermann (Viola), Claus Zimmermann (Violoncello) vornehmlich als Teststück für die noch unerprobte Akustik des voll besetzten Rittersaales. Zu hören war solide-routiniertes Quartettspiel, getragen von einer gewissen Eleganz und klanglicher Oppulenz. Als zentrales Stück hatten die jungen Musiker von Paul Hindemith (1895-1963) "Ouvertüre zum Fliegenden Holländer", wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 Uhr am Brunnen vom Blatt spielt. Eine freche Parodie auf Richard Wagners überschäumendes Klang- Pathos. Matrosen-Chor, Senta-, Steuermann- und Holländer-Motive werden witzig persifliert, was heute selbst dem treuen Wagnerianer ein genüßliches Schmunzeln entlockt. Hindemith hat dieses Werk größten Ärger eingebracht. Nach der Pause, in der im grünen Salon zum Sektempfang geladen war, stand das schwierigste Werk der Matinee auf dem Programm: Claude Debussy (1862-1918) "Streichquartett op. 10, g-moll". Es steht tatsächlich für ein Stück Revolution in der Gattung, auch wenn es sich raffiniert hinter konventionellen Formen verbirgt. Das "SONUS 96"-Quartett gestaltete diese Musik durchsichtig wie Glas. Die ungewöhnliche Komposition stand unter musikalischer Hochspannung, in der sich immer wieder Klangwunder bündelten und Affekte von umwerfender musikalischer Dramatik abspielten - nahezu den Idealfall eines Zusammenspiels! Die begeistert applaudierenden Zuhörer erhielten als Zugabe aus Bachs "Orchestersuite Nr. 3, den bekanntesten kurzen Satz "Air" (franz. Arie-Lied), von romantisch gefühlvollen und liebevoll trostspendendem Charakter. Adolf Zimmermann

©Neue Presse VerlagsGmbH


Plattlinger Anzeiger

Freitag, 27. November 1998

"Wir wünschen uns, nicht älter zu werden"

Österreichischer Soziologe referiert über die verschiedenen Lebenseinflüsse auf Schloß Offenberg

O f f e n b e r g . (rs) Fährt ein Reisender mit seinem Auto auf der Autobahn A3 in Richtung Regensburg, so mag ihm kurz hinter Deggendorf, zur rechten Hand auf einem kleinen Hügel gelegen, die helle Fensterfront von Schloß Offenberg auffallen. Vielleicht wird er die Autobahn an der Abfahrt Metten verlassen und nach rund vier Kilometern Fahrt auf der gut beschilderten Landstraße den kleinen Ort Offenberg und sein gleichnamiges Schloßerreichen. Noch wird der Reisende eher die Renovierungsarbeiten als ein vollständig aus dem Dornröschenschlaf gewecktes Juwel barocker Baukunst bewundern - doch ein genauerer Blick auf das bisher Erreichte demonstriert den ungeheueren Willen, mit dem der neue Schloßherr Dr. Rainer Buchmüller und seine Frau Ingrid die Instandsetzung des Rittersaales, des Treppenaufganges, eines Speisezimmers und eines Empfangssalons sowie der sanitären Anlagen in nur wenigen Monaten erfolgreich vorangetrieben haben. Man fühlt sich wohl in diesen wunderschönen Räumen des alten Schloßes und man verläßt sie mit der wohltuenden Neugierde darauf, in welchem Glanz Offenberg am Ende des nächsten Jahres erstrahlen wird. Die voranschreitenden Renovierungen entziehen Schloß Offenberg einem Alterungsprozeß -Êfast scheint diese Tatsache ein äußeres Symbol für die intensive Auseinandersetzung mit Altersforschung (Gerontologie) zu sein, die derzeit in Form zahlreicher Vorträge an der in Offenberg ansässigen Europäischen Akademie für Kultur und Gesellschaftsfragen gehalten werden: Wie das Schloß durch tatkräftige Renovierung seine Verjüngung und akademische Neubestimmung erhält, so verlangt auch die gestiegene Lebenserwartung der Menschen oftmals einen neuen Orientierungsrahmen. In diesem Sinne begrüßte der Direktor der Akademie, Herr Prof. Dr. Dr. Joseph Schmucker von Koch am Freitag, 20. November auf Offenberg den österreichischen Sozialforscher und Soziologen, Ernst Gehmacher zu dessen Vortrag "Die Veränderungen der Lebensphasen im Zeichen von Fitneß, Flexibilisierung der Arbeit und life long learning". Schmucker von Koch verwies in seinen einleitenden Worten auf den "radikalen Wandel" unseres Jahrhunderts, der als wissenschaftlich-technischer Fortschritt auch jeden einzelnen Menschen zu Auseinandersetzungen darüber zwinge, wie subjektives Wohlbefinden im Rahmen einer sich verändernden Welt erhalten werden könne.

Lebensphasen der Gesellschaft

Hier setzten auch Gehmachers Überlegungen ein. Zwar habe die Entwicklung der Medizin die Lebenserwartung der Menschen weit über das 90. Lebensjahr hinaus erweitert. Aufgrund des Einsatzes moderner Apparate könne durchaus von einer Lebens- und leider oftmals auch von einer Leidensverlängerung gesprochen werden, wenn schwerwiegende Diagnosen einmal gestellt wurden. Beides -Êdie gestiegene Lebenserwartung einerseits und die medizinisch-technische Machbarkeit, den Todeszeitpunkt kranker Menschen hinauszuschieben andererseits - verfinsterten jedoch in der Moderne das Licht des Fortschritts auf dessen Kehrseite hin: Die Notwendigkeit der Versorgung einer immer höheren Zahl alter Menschen produzierte die bekannten Probleme in den Rentenkassen und führte überdies auch zu Verteilungskonflikten, die das Verhältnis zwischen den Generationen belasten. Ernst Gehmacher setzt sich in diesem Zusammenhang zunächst kritisch mit jenen gesellschaftlich verordneten Lebensphasen auseinander, die auf der Grundlage alter europäische Traditionen den Lebenslauf eines Menschen strukturieren und von daher auch für jeden kostspieligen und konfliktträchtigen Leerlauf verantwortlich sind, der nach einem durchschnittlichen Renteneintrittsalter von 59 Jahren stattfindet: Danach existiere eine starre Abfolge, nach der eine fest umrissene Kindheitspase (0 bis 14 Jahre) von einer ebenso starr fixierten Jugendphase (bis 21 Jahre) abgelöst werde und sodann in ein mit dem 40. Lebensjahr bereits abgeschlossenes Erwachsenenalter münde. Dem folge schließlich ein "reifes Erwachsenenalter", das bis zum 60. Lebensjahr dauere und im Anschluß daran in eine Altersphase übergehe.

Lebensentwürfe des Individiums

Eine derartig starre Phaseneinteilung des Lebens könne den Bedingungen einer modernen Arbeitsgesellschaft, in der beispielsweise die Erfahrung der über 60jährigen auch gebraucht werde, nicht gerecht werden. Sie stehe, so Gehmacher auch in scharfem Widerspruch zu den individuellen Lebensentwürfen des Einzelnen, die der österreichische Soziologe folgendermaßen skizziert: Danach gibt es zunächst einen persönlichen Orientierungsrahmen des Einzelnen, bei dem die Lebenskurve etwa im 40. Lebensjahr die höchste Stufe der persönlichen Entwicklung erreicht und der Mensch zur vollen Entfaltung seiner Kräfte gelangt. Diese Kurve ist anschließend in einer stetigen Abnahme begriffen, und sie tritt bereits nach dem 65. Lebensjahr in eine unvollständige und schließlich stark reduzierte Entfaltung persönlicher Zielvorstellungen ein. Gehmacher beschreibt diesen Lebensentwurf (Life script) mit der Vorstellung eines "Gipfels", die sich unter den Bedingungen der Moderne überholt habe. Im Gegensatz zur Vorstellung eines "Gipfels" verläuft ein anderer Lebensentwurf -ÊGehmacher nennt ihn ein "Plateau" - bedeutend harmonischer und auch optimistischer. Hier steigt der Lebensweg eher langsam an und er mündet erst nach dem 50. Lebensjahr auf dem "Plateau" eines erfüllten Lebens: Eigene Familie, eigenes Haus und ein gesichertes Einkommen markieren seine wesentlichen Zielvorstellungen. Als besonderes Merkmal dieses Entwurfes darf gelten, daß die volle Entfaltung der eigenen Kräfte bis ins hohe Alter reicht und der Lebensabschied nur als kurze Endphase gesehen wird. Während dieser Lebensentwurf noch an die Herstellung materieller Sicherheit gebunden bleibt, löst sich das dritte Life script - Gehmacher nennt es das der "Reifung" -Êvom Streben nach äußerem Erfolg und weitet die Perspektive des Individuums hin zu geistiger Unabängigkeit von Körperzuständen und äußeren Einflüssen. Wer seine individuelle Entwicklung in den Rahmen solcher "Reifung" stellt, werde auch den Tod noch als einen Akt persönlicher Vollendung erleben.

Forderung nach "life long learning"

Vor dem Hintergrund dieses Widerspruches zwischen den gesellschaftlich normierten Lebensphasen und den individuellen Lebensentwürfen des Einzelnen kommt Gehmacher im wesentlichen zu zwei Forderungen: Einerseits sei die Gesellschaft dazu aufgerufen, eine "stärkere Anpassung" ihrer erstarrten Lebensschemata an die "realen Lebensverläufe" des Individuums anzustreben. Andererseits müsse aber auch der Einzelne offen dafür sein, ein gesamtes Dasein in den Rahmen eines Lernprozesses zu stellen. "Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen (...)". In diesem Worte aus dem berühmten Stufen-Gedicht Hermann Hesses spiegelt sich auch Gehmachers Konzept vom life long learning und es zielt auf einen freilich nicht einfachen Abschied vom Herkömmlichen.

Raimund S c h u l l e r


PNP vom Samstag, 28. November 1998 Lokalteil Deggendorf

Prof. Dipl.-Ing. Ernst Gehmacher beim Angermühler Gesprächskreis:

Lebensglückkurve hat sich in der modernen Gesellschaft verschoben

Von Gerard Zacher Offenberg. "Eine stärkere Anpassung der gesellschaftlichen Lebensphasen an die realen Lebensverläufe erscheint für die europäische Gesellschaft empfehlenswert", sagte der Wiener Prof. Ernst Gehmacher im Rittersaal des Schlosses Offenberg im Angermühler-Gesprächskreis Medizin-Ethik-Recht.

In den Diskussionen um die "Flexibilisierung der Arbeit" und um die "Lern- und Wissensgesellschaft" (mit Life-Long-Learning) bildeten sich neue Konzepte heraus. "Lebensphasen und Lebensentwürfe. Das Kraftfeld gesellschaftlicher Entwicklungen" lautete das Thema, das Prof. Gehmacher engagiert und mit großem Sachverstand anging, schließlich liegen seine Forschungsschwerpunkte in den Bereichen kulturelle Evolution, Ethik und Lebensqualität, Modellierung sozialer Systeme, Policy Research, Methodologie der Umfrageforschung, Bildungsforschung und Gruppendynamik. Er warnte eindringlich vor einem drohenden Verteilungskampf zwischen den Senioren und den Jüngeren, also vor einem Generationskonflikt, wobei die Angst vor dem Alter die Konfliktgrenze schon um das 40. bis 50. Lebensjahr ziehe. Es gehe nicht nur um die Höhe der Renten, sondern auch um die ersessenen Rechte der älteren Beschäftigten - während die Jüngeren Leistungslohn unabhängig vom Alter zu fordern beginnen. Dies bedrohe letztlich die soziale Harmonie und Leistungsmotivation in der Gesellschaft. Der Professor nannte dazu folgende Lösungsansätze: Warnung vor Verteilungskampf

Gesundes Leben und Präventivmedizin, um Gesundheit bis zum Tod zu erhalten und Pflegebedarf zu reduzieren. Etablierung kostengünstiger Pflegeformen: familiennahe Seniorenwohnungen, Seniorenwohnheime mit Pflegeservice, honorierte Pflege- und Hilfsdienste auf verschiedenen organisatorischen Ebenen (Familie, Nachbarschaft, karitative Vereine, Privatfirmen, öffentliche Einrichtungen). Staatliche und private Altersdienste- und Pflegeversicherungen mit Prämien, die nach gesundheitsbewahrender Lebensführung gestaffelt sind. Zweites Arbeitsleben für Senioren in altersangepaßten Tätigkeiten, ohne festes Pensionsalter. Lang-Leben-Lernen als Bestandteil des Bildungssystems. Zu einer gesellschaftspolitischen Problemlösung wäre aber nach der Überzeugung von Professor Ernst Gehmacher ein kultureller Quantensprung in der gesamten Auffassung über die Lebensphasen und Lebensentwürfe, auf die Gehmacher einging, notwendig. Der Aufwand für die lange Lernphase und die immer länger werdende Ruhestandsphase könne aus der steigenden Produktivität der modernen Gesellschaft zwar ohne weiteres gedeckt werden - doch ergebe sich daraus ein neuer Verteilungskonflikt. Der Wiener Professor verwies ebenfalls mit einen Seitenblick auf die ostasiatische Kultur. Die chinesische Tradition sehe die Lebensphasen nicht so strikt an das Alter und an die sozialen Funktionen wie Lernen, Arbeit und Ruhe gebunden, wie dies die europäischen Kulturnationen täten. Die chinesische Tradition ordne ihnen vielmehr nach der Elementenlehre der klassischen chinesischen Medizin dominante innere Zustände zu. Vorlage für die eigene Lebensrolle Wichtig für den Menschen sei ein individueller Lebensentwurf, nach dem er seine Ziele, seine Bemühungen usw. und vor allem seine Hoffnungen und Enttäuschungen ausrichtet. Manche Psychologen nennen es "Life Script", die Vorlage für die eigene Lebensrolle. Im wesentlichen könne man dabei drei Arten von Lebenswanderungen unterscheiden: den raschen Aufstieg zum Gipfel und Rast, das mühsame langsamere Erklimmen des Hochplateaus, der stete und nie endende Weg zu immer weiteren Höhen. Ehrgeiz und reale Chancen spielten dabei natürlich eine Rolle. In der Häufung beeinflußten die individuellen Lebensentwürfe die Gesellschaft, wahrscheinlich noch mehr als die von der Gesellschaft etablierten Lebens- Phasen. Professor Gehmacher gab dazu "Hinweise": Das Gipfel- Leitbild mache die Jugend ungeduldig und erlebnisarm, die Älteren krank und pessimistisch - beides behindere eine Gesellschaftspolitik der "Nachhaltigkeit" und des langen Atems. Das heute weit verbreitete Plateau- Leitbild stelle finanziell hohe Anforderungen an die Rentenkassen und das Gesundheitssystem. Das Life Script der steten Reifung habe nur dort für die Allgemeinheit genügend Realitätswert, wo die Kultur tatsächlich die Chancen der lebensbegleitenden Weiterbildung und der sozialen Entfaltung bis ins hohe Alter bietet - und die herrschende Philosophie der geistigen Reifung Wert verleiht. In der modernen Gesellschaft existierten diese drei Typen von Life Scrips nebeneinander. Es spreche viel dafür, daß Gesellschaften mit einem starken Anteil des Lebensleitbildes der Reifung, und damit auch mit mehr Optimismus, intelligenter und effizienter sind. Die erlebte Wirklichkeit sollten Lebensglück, Gesundheit und Freude sein. In Deutschland erhielten sich etwa heute schon 60 Prozent der über Neunzigjährigen volle Lebenskompetenz, also die Möglichkeit eines erfüllten autonomen Lebens. Allerdings seien es unter den so Alten nur mehr einzelne, die auch noch "leidfrei", in Gesundheit und Freude, auf der Höhe ihrer Reifung stehen. In der modernen Gesellschaft habe sich die Lebensglückkurve nach oben verschoben und entspreche nun eher dem Gipfel- Leitbild mit einem Höhepunkt an Gesundheit und Freude von 25 bis 35 Jahre.

©Neue Presse VerlagsGmbH


PNP vom Donnerstag, 18. Februar 1999

Lokalteil Deggendorf

Dr. Wolfgang Heine sprach bei der Europäischen Akademie:

Gesundheitserziehung muß den Vorrang haben

Offenberg (gz). Die Vielfalt der historisch gewachsenen und den Menschen in den europäischen Ländern vertrauten Arbeits- und Sozialsysteme müßten geachtet und soweit wie möglich gewahrt bleiben, sagte Dr. Wolfgang Heine, Experte der Europäischen Union in Brüssel, vor der Europäischen Akademie für Kultur- und Gesellschaftsfragen auf Schloß Offenberg. Er befaßte sich mit den Problemen im Gesundheitswesen,wenn sich die EU Osteuropa öffnet. Als notwendige generelle Klammer sieht der Fachmann die Verstärkung der Gesundheitserziehung und Prävention in allen Ländern. In einem Interview mit der DZ unterstrich er den Stellenwert einer gemeinsamen Sozialpolitik. Das Thema Gesundheit wirke in alle politischen Bereiche hinein. Zwangsläufig werde dadurch aus dem Subsidiaritätsprinzip eine primäre Aufgabenstellung, für die die europäische Union Vorgaben zu machen habe. Es sei notwendig, generell das Verantwortungsbewußtsein zu stärken, aber nicht nach dem Prinzip "böse Patienten, nicht genug bekommende Ärzte". Hausherr Dr. Rainer Buchmüller stellte den Begriff "Lebensqualität" in den Raum und kritisierte eine Übersättigung der Bedürfnisse. Ärztlicher Kreisvorsitzender Dr. Stefan Putz machte für zunehmendes, aber abschreckendes Anspruchsdenken den Wettbewerb unter den gesetzlichen Krankenversicherungen verantwortlich. Der Referent verdeutlichte an Beispielen, daß Systeme nicht einfach übergestülpt werden könnten. Er zeigte allerdings Sympathie für zentrale Versorgungszentren, wie etwa Ambulatorien mit ärztlichen Fachrichtungen. Die Reformierung des Krankenhauswesens sei in Europa im vollen Gange, Qualitätssicherung, Kosten/Nutzungselemente, Leistungsvergleiche, innere Umstrukturierungen, mehr Patientenzuwendung und selbst Ergebniskontrolle kämen besondere Stellenwerte zu. Gefragt sei der Krankenhausmanager, nicht der Krankenhausdirektor. Dr. Heine stellte sich als Missionar für neue Wege der gemeinsamen Sozialpolitik in Europa vor. Eine Renovierung alter Strukturen sei unumgänglich. In manchen Ländern sei das gute alte bismarcksche Sozialsystem - wie etwa in Deutschland nach wie vor praktiziert - kaum geeignet. Obwohl es Patentrezepte derzeit generell noch nicht gebe, müsse die Lande- und Startbahn gepflegt werden, damit später die Flugzeuge durchstarten können. Die Europäische Kommission habe eine Reihe von Präventionsprogrammen aufgelegt, etwa bei ansteckenden Krankheiten (wie Aids) und diese mit sehr viel Geld ausgestattet. Diese erstreckten sich auch auf die osteuropäischen Staaten. Durch solche Zusammenarbeit könne auch gemeinsames Verständnis geweckt werden, um zu konzertierten Aktionen zu kommen. Europa müsse ein soziales Europa sein, auch im Osten, unterstrich Heine. Ein Binnenmarkt, der nur wirtschaftlich und finanziell ausgerichtet wäre, könnte nicht die notwendige Akzeptanz der Bürger finden.

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PNP vom Dienstag, 23. Februar 1999

Lokalteil Deggendorf

Festakt in der Europäischen Akademie

Delegation aus Rumänien besucht Schloß Offenberg

Offenberg (dz). Aufgrund der europäischen Initiative der Gründer der Europäischen Akademie für Kultur und Gesellschaftsfragen Schloß Offenberg e.V. gibt es nun wichtige und zukunftsweisende Entwicklungen. Der Vorsitzende der Rektorenkonferenz der rumänischen Universitäten und Rektor der Universität Transilvania/Brasov Prof. Dr.-Ing. Sergiu T. Chiriacescu wird mit einer offiziellen hochkarätigen Delegation am Samstag, 27. Februar, Schloß Offenberg besuchen. Er wird bei einer Feierstunde am 28. Februar die Ehrenmitgliedschaft der Europäischen Akademie erhalten. Dabei wird eine enge kulturpolitische Kooperation zwischen den rumänischen Universitäten und der Akademie ins Leben gerufen. In Anwesenheit bedeutender Ehrengäste aus Bayern und der Region wird im Rahmen des Festaktes nach der Begrüßung durch den Direktor der Akademie, Prof. Dr. Dr. J. Schmucker von Koch, wird Prof. Dr. Edgar Rafael von der University of Maryland als Gründungsmitglied der Offenberger Akademie und Leiter der rumänischen Diplomatenakademie, die Laudatio auf das neue Ehrenmitglied halten. Nach Überreichung der Ehrenurkunde wird es einen Empfang in den Prunkräumen des Schlosses geben. Anlaß des Besuches ist u. a. das Interesse am Modell der in Deutschland einmaligen Praxisklinik Angermühle im Hinblick auf Unternehmenskultur, Management und Organisationsentwicklung. Dieses Modell soll im Rahmen der Entwicklung des rumänischen Gesundheitswesens auf die Translationsfähigkeit für den rumänischen Weg nach Europa geprüft werden.

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Druckfehler-Korrektur: der Festakt findet am Samstag, dem 27.02.1999 statt.


PNP vom Donnerstag, 25. Februar 1999

Lokalteil Deggendorf

Vortrag auf Schloß Offenberg: Die Philosophie Edith Steins

Die innere mystische Wende

Offenberg(gz). "Ergreifen und Sich-Ergreifen- Lassen - Zur Mystik und Philosophie Edith Steins" sprach Prof. Dr. phil. habil. Dr. theol. h.c. Hanna- Barbara Gerl-Falkovitz (Uni Dresden) bei der Europäischen Akademie für Kultur- und Gesellschaftsfragen auf Schloß Offenberg. Es war wieder eine gelungene Veranstaltung - unter der Regie von Hausherrn Dr. Rainer Buchmüller, zu der mehr als 100 Zuhörer kamen. Der Direktor der Akademie, Prof. Dr. Dr. Schmucker von Koch (Uni Regensburg), sowie Pfarrer Zeindlmeier der mitveranstaltenden Pfarrei Offenberg begrüßten die Gäste. Referentin Dr. Gerl-Falkovitz wußte Edith Stein (1891 - 1942) als Eros der Erkenntnis und Eros des Glaubens zu charakterisieren und erhellte das Leben der Jüdin und Christin, indem sie den äußeren philosophisch- rationalen Weg der Weltorientierung beleuchtete, um dann die innere mystische Wende darzustellen. "Edith Stein weist ein Schicksal dieses 20. Jahrhunderts auf, im Guten wie im Bösen". Mit diesem Satz leitete Dr. Gerl-Falkovitz die Lebenslinien von Stein, die am 12. Oktober 1891, dem "Versöhnungstag", in Breslau in einer jüdischen Familie geboren wurde, ein. Ein ungewöhnliches Leben, das in seiner ersten Hälfte steil nach oben strebt, "Karriere" macht, keine wirklichen Widerstände kennt; das in der zweiten Hälfte sich nach unten beugt und 1933 immer mehr im Grauen verschwindet. Es ist ein reich begabtes, aber auch tief gedemütigtes Leben, zu dem drei herausragende Kennzeichen gehören: die zeichenhafte Verbindung von Christentum und Judentum, die hohe intellektuelle Vertrautheit mit den denkerischen Problemen des 20. Jahrhunderts und die Frauenfrage. Die mystische Theorie ihrer unvollendeten "Kreuzeswissenschaft" hält das Paradox Jesu vor Augen: Heilung durch Leiden. In der Gestalt Edith Steins treffen sich verschiedene Spannungen, die anderswo zum bloßen Gegensatz auseinandergefallen wären: Judentum und Christentum, Wissenschaft und Religiosität, Intellekt und Hingabe, anspruchsvolles Denken und Demut. Die Referentin befaßte sich mit der Philosophie Edith Steins: Ergreifen und sich ergreifen lassen und ging ausführlich auf die Mystik der "Kreuzeswissenschaft" ein. Edith Stein wurde am 2. August 1942 von der Gestapo abgeholt. Wahrscheinlich wurde sie am 9. August 1942 zusammen mit ihrer Schwester Rosa in Auschwitz verbrannt.

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PNP vom Dienstag, 17. November 1998 Lokalteil Deggendorf

Vortrag von Dr. Ludwig Keller über die Historie des Schlosses fand großes Interesse

Anfang 1700 erhielt Schloß Offenberg sein heutiges Aussehen

Von Erich Kandler

Offenberg. Auf breites Interesse stieß am Mittwoch der Vortrag von Dr. Ludwig Keller über die Familien- und Baugeschichte des Schlosses Offenberg um 1700. Der Direktor der Europäischen Akademie für Kultur und Gesellschaftsfragen Schloß Offenberg e.V., Prof. Dr. Dr. Schmucker vom Koch, und Johannes Molitor, 2. Vorsitzender des Geschichtsvereins für den Landkreis Deggendorf e.V., freuten sich, vor einem vollbesetzten Rittersaal des Schlosses Offenberg reden zu können. Hausherr Dr. Hans-Rainer Buchmüller regte vor geraumer Zeit an, die Geschichte von Schloß Offenberg zu erforschen. Dafür konnte er den Referenten Dr. Ludwig Keller gewinnen, der bereits die Geschichte der Angermühle und viele andere heimatgeschichtliche Themen wissenschaftlich aufarbeitete. Dr. Keller erläuterte die politische Stellung und frühe Geschichte von Offenberg als Hofmark (Fronhof, Burganlage) und die Umstände, welche im 17. Jahrhundert dazu führten, daß Schloß Offenberg um 1670/80 von totalem Verfall bedroht war. Zum einen waren regionale und überregionale Faktoren für den Niedergang verantwortlich, zum anderen die Besitzverhältnisse. Direkte und indirekte Folgen des Dreißigjährigen Krieges in Deggendorf waren Plünderungen, Brandschatzungen, Hungersnöte und Seuchen. Eine seit dem Ende des 16. Jahrhunderts einsetzende Klimaverschlechterung - deren Folgen wiederum Mißernten und damit permanente Engpässe in der Versorgungslage der Bevölkerung mit Lebensmittel waren - sowie eine europaweite massive Wirtschaftskrise taten ein Übriges, um Land und Bevölkerung verarmen zu lassen. Der Referent wies anhand von Steuerlisten nach, daß in Deggendorf die Anzahl der Familien von 691 im Jahre 1559 auf 370 Familien im Jahre 1696 sank. Dieser Bevölkerungsrückgang kann für das Umland von Deggendorf ebenfalls angenommen werden. Zu dieser wirtschaftlichen Situation gesellte sich der Umstand, daß im 17. Jahrhundert (bis 1688) die Besitzer von Schloß Offenberg wenig Interesse an ihrem Eigentum zeigten und es verfallen ließen. Dr. Keller zeichnete ein schillerndes und lebendiges Bild besonders der Tiroler Schloßherren, die sich diese niederbayerische Hofmark erheirateten. Vor allem die Personen David Wagner senior und junior erfuhren durch den Referenten eine detaillierte Schilderung. Ursprünglich aus Augsburg kommend, baute sich David Wagner der Ältere als Kaufmann ein Handelsimperium in Bozen auf. Mit besonderer Zielstrebigkeit verfolgte er seine Karriere. Als Geldgeber der Innsbrucker Erzherzoge Ferdinand II. und Leopold V. stieg er schließlich sozial auf und wurde in den Adelsstand erhoben. Zwei weitere Verehelichungen mit Damen des ältesten Tiroler Adels etablierten den Kaufmann in der besseren Gesellschaft. Sein Sohn David Wagner (der Jüngere) von und zu Rottenbuch geriet nach seinem Vater. Er führte die Kaufmannsgeschäfte seines Vaters weiter und schaffte 1655 die Erhebung in den Freiherrnstand und 1681 die Verleihung des Grafenstandes (David Graf von Sarnthein). Zirka 1660 kam er durch Heirat mit Catharina, Gräfin von Spaur, in den Besitz der Hofmark Offenberg. Dr. Keller geht davon aus, daß weder David Wagner von und zu Rottenbuch noch sein Schwiegervater, Franz Graf von Spaur, Offenberg je gesehen oder betreten haben. Aus mangelndem Interesse kümmerten sie sich nie um ihren Offenberger Besitz und ließen ihn verkommen. Als nach dem Tod von Franz Graf von Spaur ein Verkauf der niederbayerischen Hofmark angestrebt wurde, taucht Anton Sebastian Graf von Montfort auf. Er erstreitet sich den Besitz gegen seine verkaufwilligen Schwäger und fängt zusammen mit seinem Verwalter, dem Deggendorfer Ratsherrn Georg Prellinger, eine umfangreiche und kostspielige Sanierung und Renovierung des desolaten Besitzes an. Die Mauern zum Innenhof des Westflügels und auch teilweise des Nordflügels waren akut einsturzgefährdet. Die gesamte Bedachung war in erbärmlichem Zustand. Die Dachrinnen waren morsch und löchrig, Regen- und Schneeschmelzwasser konnte mehr oder weniger ungehindert ins Innere des Gebäudes eindringen bzw. den Verputz und das Gemäuer von außen her durchnässen. Die unmittelbare Folge waren verfaulte Fensterstöcke, Fensterläden und Fensterrahmen, verfaulte und durch den Hausschwamm zerstörte Fußböden, Holzdecken und Türen, vom Verputz entblößte Wände in nahezu sämtlichen Räumen, sowie einsturzgefährdete Außenmauern. Im Gegensatz zu seinen Vorbesitzern scheint trotz alledem, so Dr. Keller, Graf Montfort von Beginn an in Offenberg gewohnt zu haben. Detaillierte Rechnungen belegen, daß von 1688 bis 1702 das Schloß von Grund auf erneuert wurde: Dachsanierung, umfangreiche Maurerarbeiten, Aufstocken eines 2. Obergeschosses, das Auswechseln aller Fußböden, Holzdecken, Türen und Fenster, Abbruch der alten Schloßkapelle und deren Neuerrichtung mit Ausstattung, sowie die Neuanfertigung allen Mobiliars sind nur einige Punkte der zahllosen Rechnungen aus diesen Jahren. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg, der auch unseren Raum erfaßte und eine rund 10jährige Baupause erzwang, wurden 1712 im zweiten Obergeschoß des Südflügels die neuen Räume ausgebaut und 1715 die beiden Schloßbrücken umfassend repariert. In diesen Jahren der Montfortischen Bautätigkeit erhielt Schloß Offenberg sein heutiges Aussehen. Sämtliche Maurerarbeiten führte der Deggendorfer Ulrich Stöckhel durch, die Zimmererarbeiten machten die Deggendorfer Thomas Änzenberger (bis 1696) und Matthias Schön. Der Offenberger Schreiner Peter Prindtl tätigte alle Schreinerarbeiten. Daneben fungierte er als Torwart und wohnte auch dort. Die Zusammenarbeit zwischen Graf Montfort und Georg Prellinger war äußerst fruchtbar und vertrauensvoll. Der Referent fand heraus, daß Georg Prellinger, auch nachdem der Eigentümer in Offenberg lebte, weiterhin die mächtige und angesehene Funktion des Hofmarksrichters ausfüllte. Zum Schluß der Veranstaltung verwies Johannes Molitor darauf, daß dieser Vortrag im nächsten Heft der Deggendorfer Geschichtsblätter noch heuer erscheinen wird. Er bedankte sich auch beim Hausherrn für eine in Aussicht gestellte Führung durch das Schloß für den Geschichtsverein.

©Neue Presse VerlagsGmbH E-Mail an die Redaktion

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Plattlinger Anzeiger Freitag, 13. November 1998

Bisher alle Wirrungen der Zeit überstanden

Weder Kriege noch Seuchen brachten Schloß Offenberg zum Einsturz - Dr. Keller referierte

O f f e n b e r g . (sut) Der Geschichtsverein und die Europäische Akademie für Kultur und Gesellschaftsfragen informierten am Mittwoch abend über den Entstehungsverlauf von Schloß Offenberg. An die 85 Zuhörer interessierten sich dafür, was Dr. Ludwig Keller als Referent des Abends in den Archivarien aufgestöbert hatte. Fest steht, daß Schloß Offenberg um 1700 durch den Zahn der Zeit auf dem besten Wege war, in ein Bodendenkmal zu verfallen. Das Grußwort an die Besucher, darunter Bürgermeister Ludwig Kandler und der Fördervereinvorsitzende Dr. Rainer Buchmüller mit Frau Ingrid sowie das Besitzerehepaar der Schloßtaverne Offenberg, Hella und Heribert Engl, kam vom Rektor der Akademie, Professor Dr. Dr. Joseph Schmucker-von Koch. Für den Geschichtsverein des Landkreises Deggendorf dankte zweiter Vorsitzende Johannes Molitor, daß man schon zum zweiten Mal die Gastlichkeit im gelungen restaurierten Rittersaal genießen konnte. Nach einem konkreten Entstehungsjahr des Schlosses zu suchen, ist nach Ansicht von Dr. Keller ein müßiges Unterfangen. Es liegt vermutlich irgendwo als Burg im 13. oder 14. Jahrhundert. Desgleichen haben die Anlagen im Laufe der Jahrhunderte wiederholt einen Umbau erfahren. Auch den alten Kern zu identifizieren, bleibt der Spekulation überlassen. Schwierig gestaltet sich zudem die Suche nach den unterschiedlichen Besitzern. Kriegerische Auseinandersetzungen, Seuchenzüge, Erbschaften und Geldmangel führten nicht selten zu rasch nacheinander wechselnden Eigentumsverhältnissen.

Am Rande des Untergangs

Eingrenzen konnte der Referent einmal den Entwicklungszeitraum nach dem Dreißigjährigen Krieg (1648), eine weitere Beleuchtung erfuhr das beginnende 18. Jahrhundert. Nach den Worten von Keller gelang dies aber nur wegen des konkreten historischen Hintergrundes. Verbunden war damit der Ort Offenberg als kleine Handwerker-Siedlung. Und der Gebäudekomplex auf dem heutigen Schloßhügel hatte strategische Bedeutung. Ab 1640 etwa, übte man von dort umfangreiche administrative Aufgaben einschließlich der Gerichtsbarkeit aus. Im 17. Jahrhundert war das Schloß vom Verfall bedroht. Regionale und überregionale Faktoren (europaweite Wirtschafskrise) machten die Aufzeichnungen dafür verantwortlich, aber auch die stetig wechselnden Besitzverhältnisse. Vom 15. bis zum beginnenden 17. Jahrhundert standen Schloß und die Hofmark Offenberg im Besitz der Freiherren von Tannberg. Durch Heirat kam 1660 der reiche Kaufherr David Wagner jun. (später Graf von Sarntheim) in den Besitz von Offenberg.

Dr. Keller warnte jedoch vor diesen oberflächlichen Recherchen, die Senior und Junior verwechselten. Da fehlende Geldmittel ausscheiden, war es das Desinteresse an Offenberg, welches es seinerzeit an den Rand des Untergangs brachte.

Als Retter des Schlosses trat um 1688 Anton Sebastian Graf zu Montfort ins Bild. Dieser nahm dort seinen Wohnsitz und leitete umfangreiche Sanierungsmaßnahmen ein, wie alte Rechnungen belegen. Dabei stand ihm der tüchtige Verwalter Georg Prellinger zur Seite. Der finanzielle Aufwand war erheblich. Ferner gaben die durchgeführten Umbauten dem Schloß sein heutiges Aussehen. Daran änderten die von der gräflichen Familie von Bray-Steinburg durchgeführten Sanierungen ab 1911 kaum etwas. Ab 1715 versiegen die geschichtlichen Originalquellen für mehrere Jahrzehnte.

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Plattlinger Anzeiger Samstag, 21. November 1998

Granit- und Steinbruchmuseum soll entstehen

Nach Ende des Dornröschenschlafes im Schloß entwickelt sich Gemeinde zu kulturellem Kleinod

O f f e n b e r g . (sut) Schloßherr Dr. Rainer Buchmüller und Schloßherrin Ingrid Buchmüller luden den Gemeinderat, die Verwaltung und Teile der Bevölkerung zu einem Informationsabend mit Stehempfang auf das geschichtsträchtige Wahrzeichen der Gemeinde Offenberg. An die 130 Bürger nützten die Gelegenheit und wandelten in den Gemächern und Salons ehemals derer von Bray-Steinburg. Wie Bürgermeister Ludwig Kandler dazu bemerkte, ging damit endgültig ein 70jähriger Dornröschenschlaf zu Ende. Einige der Bürger, zur Entwicklung auf dem Schloß befragt, äußerten darüber Genugtuung, wie das Ganze anläuft. Durchaus Beifall fand das geplante Vorhaben nach einer Idee des Schullehrers Hubert H. Wartner für ein "Niederbayerisches Granit- und Steinbruchmuseum". Abbau und Verarbeitung des Steins haben Landschaft und Menschen der Region nachhaltig geprägt. Es ist geradezu eine Pflicht, meinte der Konrektor einer Volksschule bei Regensburg mit zweitem Wohnsitz in der Gemeinde Offenberg, alles, was damit zu tun hat, den nachfolgenden Generationen zu erhalten. Im Zeitraffer ließ Dr. Rainer Buchmüller nochmals einzelne Geschichtsepochen passieren, wobei er mit einem erstaunlichen Wissen in den Details der Burg- und Schloßgeschichte kramte. Erste Beschreibungen datieren aus dem Jahre 1000 herum. Die Freiherren von Tannberg und später Grafen von Sarntheim dominierten lange Zeit auf dem Schloß, ehe man es dem Verfall preisgab. Als Retter traten dann gegen Ende des 17. Jahrhunderts die Grafen von Montfort ins Bild, welche auch die heutige Gebäudesubstanz prägten. Daran änderten auch die von der gräflichen Familie von Bray-Steinburg ab 1911 durchgeführten Sanierungen wenig. Nach dem Tode der Baronin Hippolyta von Loebbecke ( 1995), einer Tochter der Gräfin Maria Theresia von Bray-Steinburg ( 1987), entschloß sich die Familie von Loebbecke den kostenträchtigen Familienbesitz zu veräußern. Anfangs des Jahres 1998 ging der Millionentransfer über die Bühne (unsere Zeitung berichtete damals ausführlich darüber) und sah danach Dr. Rainer und Ingrid Buchmüller als die neuen Schloßherrn.

Buchmüller geht in die Vollen

Buchmüller ist nun auf dem besten Wege, das bekräftigte er auch nochmals vor den einheimischen Zuhörern, daraus ein Kulturschloß entstehen zu lassen. Im Zusammenhang mit der notwendigen Infrastruktur in der näheren Umgebung des Schlosses und einem entstehenden Hoteltrakt über dem Rittersaal dürfte Dr. Buchmüller erst so richtig in die Vollen gehen.

Die Europäische Akademie für Kultur und Gesellschaftsfragen darf man dabei als einen vielversprechenden Anfang sehen. Der Hausherr möchte die umliegende Nostalgie durch ein Freilufttheater im Schloßbrückenbereich, Konzerte unter den Arkaden, Matinees und dergleichen mehr beleben. Wie er den Anwesenden zu verstehen gab, "wir orientieren uns an einer offenen Gesellschaft und das europaweit, denn nur so kann Neues entstehen und bewegt werden!"

Darin reiht sich auch das Vorhaben von Hubert Wartner mit einem Granitmuseum ein, das man erstmals der Öffentlichkeit vorstellte. Es geht um eine kontinuierlich gewachsene Idee, hinter der keine kommerziellen Interessen stehen, zumindest nicht für den Autor. Und als solcher sieht sich Wartner, der sich gegenüber unserer Zeitung geradezu beseelt von dem Gedanken eines professionellen Museums zeigte. Seine Vorleistungen resultieren nicht nur aus der vollzogenen Sanierung des ehemaligen "Stoaklopferhäusls" Teufelstein 14 (bei Wolfstein, Gemeinde Offenberg), zurückgehend auf den ehemaligen Steinmetzbetrieb Fritz Adler ( 1979), Metten, sondern im bereits abgewickelten Erwerb zahlreicher beweglicher Betriebsmittel aus dem "Sendbühler Steinbruch" bei Medernberg, Gemeinde Bernried. Schon 1999 sollen die Exponate in der Remise des Schlosses gelagert werden. In dieser und im zugewiesenen Freigelände will man dann unter wissenschaftlicher Anleitung das aussterbende Steinmetzhandwerk der Nachwelt in seinen Ursprüngen und Entwicklungen präsentieren. Hubert Wartner glaubt fest daran, daß sein Konzept aufgeht, da das Ganze nicht zuletzt im Geiste der Akademie geschieht und dessen Rektor Professor Dr. Dr. Joseph Schmucker-von Koch dahinter steht. Was sich Hubert Wartner noch wünscht und gegenüber seinen Zuhörern als unbedingt notwendig herausstellte, ist eine Mitarbeit auf ehrenamtlicher Basis aus der gesamten Steinbruchregion.


PNP vom Mittwoch, 28. April 1999

Lokalteil Deggendorf

Europäische Akademie hat eingeladen:

Rumänien zu Gast auf Schloß Offenberg

Offenberg (ee). Von der Europäischen Akademie für Kultur und Gesellschaftsfragen wurde auf Schloß Offenberg mit dem European Cultural Centre Bucharest eine Rumänien-Ausstellung eröffnet. Präsident Professor Dr. Dr. Schmucker von Koch begrüßte dazu u.a. die Direktorin des Zentrums, Maria Popescu, Bezirksrätin Anna Eder und Bürgermeister Ludwig Kandler. Der Präsident schilderte Rumänien und dessen Tourismusaktionen. Auch seien rumänische Vorfahren schon Besitzer von Schloß Egg gewesen. "Durch die Ausstellung werden wir auch im Text ein neues Bild von Rumänien bekommen. Die Kontakte sollen noch vertieft werden," so der Präsident. Bürgermeister Ludwig Kandler betonte in seinem Grußwort, daß sich für Offenberg mit der Ausstellung eine neue Attraktion eröffne. Er erinnerte daran, daß in der Gemeinde rund 40 Rumänen wohnen, die sich hier sehr wohl fühlen. Schloß Offenberg ist über die Grenzen des Gemeindebereiches bestens bekannt. Bezirksrätin Anna Eder, für den Tourismus im Landkreis verantwortlich, begrüßte die Gäste aus Rumänien. Maria Popescu erläuterte die Ausstellung, bei der zu sehen sind: Landkarten, Stadtpläne, Landschaften aus Rumänien und vieles mehr. Der Eintritt kommt der Rumänienhilfe zugute. Das European Cultural Centre Bucharest ist eine vom rumänischen Staat eingerichtete europäische Institution, die sich der europäischen Integration verschrieben hat. ©Neue Presse VerlagsGmbH


PNP vom Montag, 17. Mai 1999

Lokalteil Deggendorf

Akademischer Festakt zum fünfjährigen Bestehen:

Weltweites Interesse: Klinik Angermühle setzt Maßstäbe für Gesundheitsgestaltung

Von Gerard Zacher

Deggendorf/Offenberg. "Gesundheit gestalten" - das ist eine zentrale Leitformel für moderne und verantwortungsbewußte Heilkunde der Deggendorfer Klinik Angermühle, die von Dr. Hans-Rainer Buchmüller und seiner Gattin Ingrid ins Leben gerufen wurde und mit großem Erfolg betrieben wird. Bei einem akademischen Festakt am Samstag im vollbesetzten Rittersaal auf Schloß Egg aus Anlaß des fünfjährigen Bestehens der 90 Mitarbeiter beschäftigenden Klinik kam zum Ausdruck: Sie setzt weltweit herausragende Maßstäbe. Die Sprecher rühmten: Die modern ausgerichtete Klinik sei sich ihrer hohen gesellschaftlichen Verantwortung bewußt und versuche im Rahmen ihrer Aufgaben, einer ethisch-moralischen Zielsetzung unter ökonomischen Rahmenbedingungen in sinnvoller, zweckmäßiger und zukunftsweisender Richtung im vollen Umfange gerecht zu werden. Der Hausherr auf Schloß Offenberg und Leiter der Klinik Angermühle Dr. Hans-Rainer Buchmüller, seine Frau Dipl.-Kaufmann und Steuerberaterin Ingrid Buchmüller und Mitarbeiterin Sonja Ebner blickten auf die fünf Jahre eines umfassenden "Dienstes am Menschen" zurück. Dr. Hans-Rainer Buchmüller dankte für die breite Unterstützung in den Gründertagen und nannte u. a. den ehemaligen Direktor der AOK Deggendorf, Gerard Zacher, sowie den früheren Bezirksrat Georg Haberl. Die Klinik sei am 5. Mai 1994 in Betrieb genommen worden. Die Ambulanz versorgt pro Jahr ca. 8000 Fälle, die Klinik versorgt insgesamt pro Jahr 2200 Fälle. Der große Erfolg und das weltweite Interesse gaben den Buchmüllers Recht: Die Klinik hat wachsenden Zulauf und arbeitet mit neuen Strukturen und Dynamikprinzipien. Sie versucht vor allem, die gesellschaftlichen Widersprüche zwischen Ökonomie und Ethik bewußt zu machen und zu einer sinnvollen Zuordnung zu gelangen. Dabei bemüht sich die Klinik in ihrem Konzept, das Krankenhauswesen aus der gesellschaftlichen Isolation heraus- und in neue gesellschaftliche Verantwortungsbereiche hineinzuführen. Im Blick auf die Patienten ist eine höhere Kundenorientiertheit vorhanden. Die pädagogische Zielrichtung geht in Richtung Überwindung des Versorgungsprinzips hin zum Verantwortungsprinzip. Strukturell arbeitet die Klinik Angermühle komplementär. Sie füllt eine Versorgungslücke mit den Schwerpunkten Epilepsie, Diagnostik und Therapie; Schlafmedizin und Schlaftherapie, gerontopsychiatrische Frühdiagnostik und Therapie sowie Psychotherapie und Psychosomatik, aber auch forensische Psychiatrie. Die Klinik ist für Kinder, Jugendliche und Erwachsene eingerichtet. In einem schriftlichen Grußwort unterstreicht Oberbürgermeister Dieter Görlitz: "Mit dem Namen Klinik Angermühle ist eine bemerkenswerte, zukunftsorientierte Arbeit für die Gesundheit verbunden" und er lobt die Familie Buchmüller: "Sie haben diese Aufgabe glänzend gelöst". Bezirksrätin Anna Eder stellte den Wandel in der Psychiatrie heraus, die Dr. Buchmüller "massiv und prägend" mitgestalte und auf den Weg gebracht habe. Prof. Dr. Dr. Joseph Schmucker-von Koch (Uni Regensburg) ging u. a. auf die gesunden und kranken Anteile in der Medizin von heute ein. Prof. Dr. Dietrich Korsch von der Uni Marburg referierte zum Thema "Heil und Heilung - über das Verhältnis von Religion und Gesundheit". Ute Zöllner verwies auf die Bedeutung von Empathie und Verstehen in der tagesklinischen Behandlung und Prof. Dr. Herbert Asselmeyer von der Uni Hildesheim ging auf die "Krankenhäuser unter Veränderungsdruck" ein, wobei er die Klinik Angermühle als "lernende Organisation" rühmte. Die Festrede hielt der "Großvater" von der Gedankengebung her - wie Dr. Buchmüller einführte - Prof. Dr. Gerhard Rudnitzki, Heidelberg. Sein Thema: "Zu den Wurzeln des deutschen Gesundheitssystems - das Medizinalkonzept des bayerischen Arztes und Philosophen Johann Benjamin Erhard (1766 - 1827). ©Neue Presse VerlagsGmbH


PNP vom Montag, 17. Mai 1999

Lokalteil Deggendorf

Dr. Stefan Luft beim Angermühler Gesprächskreis:

Staatliche Grundversorgung mit Rauschgift "absurd"

Offenberg (gz). "Der Staat hat die Pflicht, Bürger vor Rauschgift zu schützen und Maßnahmen zur Eindämmung der Rauschgiftsucht zu ergreifen. Eine kontrollierte Freigabe betrifft nicht die Ursachen der Flucht in die Droge, es werden nur die Symptome bekämpft", unterstrich Dr. Stefan Luft, persönlicher Referent beim Senator für Inneres in Bremen. Luft sprach beim Angermühler Gesprächskreis "Medizin - Ethik - Recht" in Zusammenarbeit mit der Europäischen Akademie für Kultur- und Gesellschaftsfragen im Rittersaal des Schlosses Offenberg, von Professor Dr. Dr. J. Schmucker von Koch (Uni Regensburg) und dem Ehepaar Dr. Hans-Rainer und Dipl.-Kaufm. Ingrid Buchmüller begrüßt. Die Vorstellung, daß künftig - wie von der Bundesregierung geplant - der Staat zumindest eine "Grundversorgung" mit Rauschgift sicherstelle, sei absurd, Gift vom Staat sei sicher keine Lösung, sagte Luft. Eine drogenfreie Gesellschaft könne freilich im Ernst niemand versprechen. Ziel müsse sein, das Drogenproblem einzugrenzen und ein Ausufern zu verhindern. "Opium für das Volk", eine Politik, die das Volk vernebeln soll, um sie von den tatsächlichen Problemen abzulenken, sowie weder progressiv noch liberal, sie führe in die Irre. Die "weichen Drogen" bereiteten den Umstieg in die "harte Drogenszene" vor, sie trügen dazu bei, daß die Hemmschwelle zu Kokain und Heroin überwunden werden. Drogen zerstören, Drogen töten, Drogen führen Konsumenten und deren Angehörige in unermeßliches Elend, Drogen belasteten die Gesellschaft durch Kriminalität, durch enorme Kosten für das Gesundheitswesen und die sozialen Sicherungssysteme. Diese Botschaft müsse immer im Mittelpunkt stehen, wenn über Drogenpolitik gesprochen und gestritten wird. Cannabis-Produkte seien bereits die am häufigsten konsumierten Betäubungsmittel. Die Zahl der Cannabis- Konsumenten habe sich seit 1990 in Deutschland fast verdoppelt. Etwa zwei Millionen Menschen probierten1998 Cannabis probierten. Davon seien rund 270 000 Personen Dauerkonsumenten. Dr. Luft: "Entkriminalisierung erschwert die Drogenkontrolle und entzieht die Drogenszene dem Zugriff der Polizei". Sie trage auch nicht im geringsten dazu bei, das schreckliche menschliche Schicksal der Betroffenen und ihres familiären Umfeldes zu mildern. Entkriminalisierter und staatlich kontrollierter oder tolerierter Rauschgiftkonsum baue die Distanz ab und führe zu größerer Verfügbarkeit von Rauschgift. Größere Verfügbarkeit führe zu größerem Konsum. Legalisierungs- und Freigabe-Vorhaben suggerierten einen risikolosen Konsum und Akzeptanz durch Staat und Gesellschaft. Liberalisierungen wie in den Niederlanden hätten zu einer Verschärfung und nicht zu einer Entspannung geführt. Entkriminalisierungsversuche lösten keine Probleme, sie bräuchten vielmehr das ganze gesellschaftliche Wertgefüge durcheinander und verunsicherten das Unrechtsbewußtsein. Gerade weil der Erwerb von Rauschgift illegal sei,schrecke ein großer Teil potentiell drogeninteressierter Menschen vor dem Einstieg zurück. Diese abschreckende Wirkung dürfe nicht unterschätzt werden. Gerade für Jugendliche und Kinder gelten die Strafvorschriften als Abschreckung und in jedem Fall auch als Signal für die Gefährlichkeit von Rauschgift. Um so fataler wäre es, wenn durch einen Verkauf von Cannabis etwa in Apotheken dieses Suchtmittel in die Nähe zu Heil- und Arzneimitteln gebracht würde. Die bisherige regressive Rauschgiftpolitik habe keineswegs versagt, sie sei im Gegenteil überaus wirkungsvoll. Vom Haschischkonsum gingen erhebliche Gefahren gerade für junge Menschen aus: Das Risiko, in einer schwierigen Lebensphase einen intensiven Mißbrauch von Cannabisprodukten zu beginnen, sei sehr hoch. Hinzu komme, daß neuere Untersuchungen zeigen, daß über 90 Prozent der Ectasy-Konsumenten vor dem Erstgebrauch bereits Erfahrungen mit Alkohol und Cannabis gemacht haben. Dr. Luft: "Wer Ecstasy bekämpfen will, muß seine Präventionsanstrengungen zunächst also auf Cannabis richten, weil von dort die größte Gruppe der Drogenkonsumenten kommt." Die "weichen" Drogen bereiteten eben erwiesenermaßen den Umstieg in die "harte" Drogenszene vor, sie trügen dazu bei, daß die Hemmschwellen zu Kokain und Heroin überwunden werden. Es schloß sich eine sehr konträre Aussprache an, wobei der Redner auch scharfe Angriffe hinnehmen mußte.

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PNP vom Dienstag, 11.Januar 2000

Arabien setzt auf Europa-Akademie

Minister aus Syrien besucht das Schloss Offenberg

Offenberg (gz). Das war ein Knüller gleich zu Beginn des Jahres 2000: Zum Neujahrsempfang, zu dem Dr. Rainer Buchmüller und seine Frau Ingrid für die Europäische Akademie auf Schloss Offenberg eingeladen hatten, kam der syrische Verkehrsminister Mahamad Radoun Martini. Der Minister bedankte sich für die Einladung. Es sei eine "inoffizielle, dafür aber umso herzlichere Visite". Mahamad Radoum Martini will sich für eine enge Kooperation der Europäischen Akademie mit den arabischen Ländern einsetzen. Die Akademie sei bereits weit über die europäischen Grenzen hinaus bekannt, unterstrich der hohe Gast. Sie werde im arabischen Internet mehrfach anerkennend erwähnt und genieße hohes Ansehen. Der Minister bedankte sich für die "außerordentliche Freundlichkeit und die angenehme Atmosphäre", die er in dem "würdevollen Rahmen des Schlosses erlebe". Während des Empfangs besichtigten der Gast und seine Gattin die herrlich renovierten Räume des Schlosses. Das Ehepaar trug sich in das "Goldene Buch" der Gemeinde Offenberg ein. Schlossherr Dr. Rainer Buchmüller hatte zuvor Repräsentanten und Ehrengäste aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik begrüßt. Er unterstrich die Symbolik des Tages als Ausdruck gemeinsamer kultureller Wurzeln, die nicht nur in Bethlehem, sondern unter anderem auch in Damaskus zusammenführten und Verpflichtung dafür seien, dass alle Kräfte für den Einsatz eines dauerhaften Friedens im Nahen Osten und überall auf der Welt zusammen wirken. Dr. Samir Sawalhe (Dingolfing), der zusammen mit Dr. Buchmüller die über 6 Millionen teure Aktion "Brillen für Palästina" initiiert hatte grüßte bewegt in arabischer und deutscher Sprache. Grußworten kamen auch von Bürgermeister Ludwig Kandler, Bezirksrätin Anna Eder und Bürgermeister Josef Paul Bielmeier (Deggendorf). Nach dem palästinensischen Gesundheitsminister Dr. Zagun war dies schon der zweite Ministerbesuch auf Schloss Offenberg aus arabischen Ländern. Die Spendenaktion "Gaz-Jordanien" (die DZ berichtete) läuft weiter. Spenden sind erbeten auf auf das Konto bei der Hypo-Vereinsbank Deggendorf (Konto: 6740283357, BLZ 74120514) mit dem Vermerk: "Aktion Gaza-Jordanien". ©Neue Presse VerlagsGmbH E-Mail an die Redaktion


PNP vom 28.Januar 2000

Europäische Akademie

"Europa-Gipfel" auf Schloss Offenberg

Offenberg/Deggendorf (gz). "European Academy for Cultural and Social Affaiars (Offenberg Castle)" ist mittlerweile ein weltweiter Begriff: Derzeit wird ein bedeutsames Ereignis im Mai vorbereitet: Eine "Europa- Gipfelkonferenz", ein "Internationales Symposium" auf Schloss Offenberg mit Wissenschaftlern, Diplomaten und Politikern mit hohem Einfluss aus der ganzen Welt. Es werden hochrangige Wissenschaftler mit internationaleneputationen, Berater der amerikanischen und russischen Regierung, der NATO und EU eingeladen. Der Auftakt dazu ist bereits am 6. und 7. Februar. Der Chairman of the Foundation Trust, Dr. med. Rainer Buchmüller, zugleich Schlossherr, hat zu einer vorbereitenden Konferenz unter dem Leitwort "Europäische Einheit und Integration" Persönlichkeiten aus ganz Europa gebeten. Aus dem näheren Umfeld nehmen neben Dr. med. Rainer Buchmüller u. a. teil Prof. Dr. Friedrich Schröder, Lehrstuhl für Ostrecht und Strafrecht, Uni Regensburg, Prof. Dr. Höpfl von der FH Deggendorf, Prof. Dr. Lange, Soziologe, Politische Wissenschaften, München, teil. Nach der Begrüssung durch Dr. Buchmüller wird dieser die Akademie für Kultur und Gesellschaftsfragen Schloss Offenberg vorstellen. Prof. Dr. Zdenek Cervenka aus Uppsala wird über das "Morivian Institut vor International Affairs" berichten. Prof. Dr. Curt Gasteyger (Genf) spricht zum Thema "Die Europäische Einheit und Integration". ©Neue Presse VerlagsGmbH